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Versorgungsketten und Kliniken entlasten

Um die Versorgungsketten und Kliniken in dieser Krise zu entlasten, ist es essenziell, sektorenübergreifend solidarisch zu agieren. Um in der Krisensituation handlungsfähig zu bleiben, müssen einheitliche Versorgungsstrukturen geschaffen werden, um die medizinische Versorgungskette nicht zu gefährden. Dies betrifft insbesondere die Verschiebung von Patientenströmen in die Kliniken und Notfallambulanzen.

Digitalisierung als Entlastung für das Gesundheitssystem

In Deutschland werden im ambulanten Sektor jährlich über 550 Millionen Patienten von über 170.000 niedergelassenen Ärzten in über 100.000 Praxen behandelt. Das macht bis zu einer Milliarde Betreuungskontakte pro Jahr. Durch eine Verschiebung der Patientenströme in Kliniken und Notfallambulanzen würde der Krankenhaussektor zusätzlich stark belastet werden.

Als Lösungsansatz für dieses Problem bietet sich eine Priorisierung von Behandlungen über Telefon- und Videokommunikation an, was die Versorgungsketten gleichzeitig flexibilisiert und entlastet.

Beispielsweise kann über den Videokontakt mit einem an Multipler Sklerose leidendem Patienten eine effiziente und sichere Diagnose getroffen werden. Ebenso können Fragen zu Impfungen oder Anpassungen von Medikamenten telemedizinisch, ohne Infektionsgefahr durch physischen Kontakt, beantwortet werden.

Wir müssen sektorenübergreifend und solidarisch handeln, indem wir  Kliniken und Notfallambulanzen entlasten.

Dr. med. Klaus Gehring

Vorsitzender des BVDN

Gemeinsam solidarisch die Krise bewältigen

Ohne die einheitliche Reduktion von physikalischen Patientenkontakten kann eine ausreichende Patientenversorgung in der Krise nicht sichergestellt werden.  Diese Reduktion darf jedoch nicht zu Lasten von Kliniken und Notfallambulanzen oder zu Lasten der Facharztpraxen anderer Neurologen gehen.

Gleichzeitig ist es notwendig, die Kollegen in den Kliniken dadurch zu entlasten, dass in den Praxen auch weiterhin die vollständige fachärztliche Diagnostik, Behandlung und Versorgung sichergestellt wird. Nur durch ein bedachtes sektorenübergreifendes Handeln und Solidarität mit den in den Kliniken tätigen Neurologen und Psychiatern, lassen sich die Versorgungsketten in der aktuellen Krisensituation aufrechterhalten und die medizinische Betreuung der Patienten gewährleisten.  

Und wen kennen Sie, der noch nicht Mitglied ist in den Berufsverbänden?

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